Was ist der Kapazitätstarif?
Der Kapazitätstarif ist Teil der Netzgebühren (Vertriebskosten), die Sie an Ihren Netzbetreiber zahlen — in Flandern meist Fluvius. Seit dem 1. Januar 2023 wird er nicht mehr nur auf Basis Ihres Stromverbrauchs (kWh) berechnet, sondern auch auf Basis Ihrer Spitzenleistung (kW): der höchsten Leistung, die Sie im Durchschnitt pro Viertelstunde beziehen. Die Idee dahinter: Je mehr Leistung Sie gleichzeitig aus dem Netz ziehen, desto stärker wird das Netz belastet. Durch die separate Abrechnung von Spitzenverbräuchen möchte der flämische Regulierer (VREG) Verbraucher dazu anregen, ihren Verbrauch zu verteilen — umso wichtiger, da Wärmepumpen, Solaranlagen und Wallboxen immer häufiger im selben Haushaltsnetz kombiniert werden.
Wie wird Ihr Monatsspitzenwert gemessen?
Das hängt von Ihrem Zählertyp ab. Jeder zahlt sowieso mindestens den Mindestbeitrag von 2,5 kW, auch wenn der eigene Spitzenwert darunter liegt.
- Digitaler Zähler: Fluvius misst viertelstündlich Ihre Leistungsaufnahme und berechnet daraus Ihren durchschnittlichen Monatsspitzenwert. Ihre Jahresrechnung basiert auf dem Durchschnitt Ihrer letzten zwölf Monatsspitzen.
- Klassischer (analoger) Zähler: Er kann keine Viertelstundenspitzen auslesen, daher zahlen Sie automatisch den festen Mindestbeitrag von 2,5 kW.
Was kostet es 2026?
Für 2026 liegt der offizielle Kapazitätstarif bei etwa 53,39 € pro kW pro Jahr (zzgl. MwSt.), was mit 6 % MwSt. rund 56,6 € pro kW pro Jahr entspricht. Der genaue Betrag variiert leicht je nach Netzgebiet, da jeder Betreiber seinen eigenen Tarif festlegt. Wichtig: Es gibt einen Höchsttarif. Wenn Kapazitätstarif plus kWh-Tarif mehr kosten als dieses Limit, zahlen Sie nie mehr als das Maximum. Sie zahlen aber immer mindestens den Mindestbeitrag.
Durchschnittliche Familie (4,24 kW Spitze)
± 240 €/Jahr
Falsche Nutzung (7 kW Spitze)
± 400 €/Jahr
Warum das bei einer Wallbox so wichtig ist
Hier wird es für Sie als (zukünftigen) Wallbox-Besitzer interessant. Das Laden eines Elektroautos erfordert erhebliche Leistung. Eine 11-kW-Wallbox zieht allein mehr als der durchschnittliche flämische Haushaltsspitzenverbrauch. Eine 22-kW-Wallbox kann Ihren Monatsspitzenwert mit einem Mal verdoppeln oder verdreifachen — besonders wenn Sie gleichzeitig kochen, die Waschmaschine läuft oder die Wärmepumpe anspringt. Wenn Sie jeden Abend unüberlegt mit voller Leistung laden, kann Ihr jährlicher Kapazitätstarif also um Hunderte Euro steigen. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Wallbox und ein paar Gewohnheiten halten Sie das vollkommen im Zaum.
So halten Sie Ihren Kapazitätstarif mit einer Wallbox niedrig
Ein paar kluge Entscheidungen machen einen großen Unterschied. Das sind die Maßnahmen, die am meisten helfen:
Dynamisches Lastmanagement
Intelligente Wallboxen messen ständig den Gesamtverbrauch Ihres Hauses und passen die Ladeleistung automatisch an, sodass Sie nie über Ihrer verfügbaren Kapazität liegen.
Langsamer, aber verteilt laden
Ein Auto muss selten mit maximaler Leistung laden. Stellen Sie Ihre Wallbox auf 4 bis 5 kW ein: Meist haben Sie genug Zeit zwischen Heimkehr am Abend und Abfahrt am Morgen, um vollständig geladen zu sein — ohne Spitze.
Gleichzeitigkeiten vermeiden
Planen Sie das Laden so, dass es nicht mit Waschmaschine, Trockner, Backofen oder Wärmepumpe zusammenfällt. Manche Wallboxen und Energiemanagementsysteme machen das automatisch.
Nachts oder per smartem Plan laden
Nachtladen gibt Ihnen mehr Spielraum zum Verteilen und zur Kombination mit einer Hausbatterie, die tagsüber Solarstrom speichert.
Erwägen Sie eine Hausbatterie
Eine Batterie kann kurzzeitige Spitzen auffangen, indem sie zusätzliche Energie liefert, wenn Ihr Auto zu laden beginnt, anstatt dass alles direkt aus dem Netz kommt.
Solaranlage: der wichtigste Tipp
Ihr digitaler Zähler registriert nur die Leistung, die Sie tatsächlich aus dem Netz beziehen. Strom, der direkt von Ihrer Solaranlage zur Wallbox fließt, kommt nicht aus dem Netz und zählt daher weder für Ihre Spitzenleistung noch für den Kapazitätstarif. Wenn Sie tagsüber laden, während Ihre Anlage viel produziert, können Sie mit hoher Leistung laden, ohne Ihren Netztarif zu erhöhen. Je mehr eigenen Solarstrom Sie nutzen, desto niedriger fällt Ihr Kapazitätstarif aus — zusätzlich zur Ersparnis auf der Stromrechnung. Eine Wallbox mit solargeführtem Laden, die ihre Ladeleistung automatisch an den aktuellen Solarüberschuss anpasst, nutzt diesen Vorteil ganz ohne Aufwand.
Ihre Nacht durchgerechnet
Reichen 4,5 kW für Ihren Alltag?
Stellen Sie Ankunft, Abfahrt und Batterie ein. Sie sehen sofort, wie viel Zeit nachts übrig bleibt.
Feste Ladeleistung
4,5 kW
Zu laden
30 kWh
Ladezeit
6 Std. 40 Min.
Verfügbar
13 Std. 0 Min.
Puffer
6 Std. 20 Min. Puffer
30% → 80%
Ihre Batterie ist lange vor der Abfahrt bereit — mit komfortablem Zeitpuffer.
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